Über mich: ...
Geboren wurde ich in Mühlhausen, Thüringen. Ich bin 46 Jahre alt, verheiratet, Mutter von drei Kindern, von denen zwei schon das Nest verlassen haben.
Ich arbeite als Neurologin und nebenberuflich als Notärztin. Mit dem Schreiben habe ich hauptsächlich deswegen begonnen, damit ich meinen Kopf frei bekomme. Während des Schreibens habe ich über die Geschichtsrecherche viele interessante und interessierte Menschen kennengelernt. Auch deswegen hat sich das Projekt gelohnt. Mittlerweile habe ich drei Romane und vier Kurzgeschichten veröffentlicht.
Als überzeugte Indie-Autorin habe ich auch gelernt, dass es keinen Verlag braucht, um erfolgreich zu sein. Die Unterstützung der Indies untereinander ist in meinen Augen unglaublich toll und beispiellos.
Bei gut 80.000 Buch-Neuerscheinungen pro Jahr ist ein gutes Marketing ausgesprochen wichtig. Deswegen habe ich die Idee für meinen Buchblog entwickelt, um dabei zu helfen, die Autoren "sichtbarer" zu machen. Aber auch die "Großen" werde ich ab und an bekritteln. Ich bevorzuge historische Romane, mag aber auch Krimis und Fantasy. Allen anderen Genres gegenüber bin ich ebenfalls aufgeschlossen.

Samstag, 11. März 2017

Matthias König - Abenteuer Grundschule SOKO Roller





Titel: Abenteuer Grundschule SOKO "Roller"


Autor: Matthias König 


Genre: Kinderbuch 


Seiten: 88 


Das Cover zeigt das Foto einer Schule in Mühlhausen (Margaretenschule) und macht neben dem Titel deutlich, welche Zielgruppe angesprochen wird.  


Handlung: Die Freunde Alexander, Max, Georg und Nadine sind leidenschaftliche Rollerfahrer. Sie erleben bereits in der Grundschule ihr erstes Abenteuer, das sie zu Detektiven macht und sie noch enger zusammenschweißt. Als der neu erstandene Profiroller von Alex gestohlen wird, machen sie sich auf die Suche ... 


Personen:


Alexander Kaiser (Alex) - erzählt seine spannende Geschichte. Der Viertklässler ist stolzer Besitzer seines "Traumrollers", für den er lange gespart hat. Er bezeichnet sich als durchschnittlichen Rollerfahrer, meint aber, dass er die spektakulärsten Stürze fertigbringt. 


Max: der Junge mit der besten Technik beim Rollerfahren 


Georg: der Schnellste bei Fahren. 


Nadine: das Mädchen, das die besten Sprünge draufhat. ("Da schlackerst du mit den Ohren.") Außerdem hat sie ihre drei Freunde ganz gut im Griff und immer eine Idee für die Detektivarbeit. Schmunzeln musste ich, als Nadine den Roller von Alex das erste Mal gesehen und die schönen Farben (giftgrün und dunkles Lila) bewundert hat. Typisch Mädchen oder ;-) ?  


Kevin, Sandrina, Moritz, Paul und Peter die Mitglieder der "Bikerrolls", natürlich aus der Parallelklasse, und ärgste Rivalen der "Flying Rollers". 


Sprache/Duktus: Die Kindergeschichte ist in der Ich-Perspektive aus der Sicht des Alex erzählt. Die Sprache, trifft den Ton der heutigen Kinder und Jugendlichen. Die Texte sind temporeich geschrieben, vor allem bei den Teilen in der XXL-Halle. Die Dialoge sind kindgerecht und glaubhaft. Ich denke, da hat der Autor seinen eigenen Kindern auf den Mund geschaut.
An manchen Stelle habe ich den Erwachsenen rausgehört, z. B. "Neuerdings waren Radwege fast überall ausgebaut und Ampelschaltungen machten es für uns Kinder sicher, über die großen Bundesstraßen zu kommen."
Der Wortwitz gefällt mir sehr gut, so z. B. die Namen der Lehrer (Mathe bei Frau Geduldig, Deutsch bei Frau Englisch...) Auch der Teil mit dem Obst ... Eltern als "Vitaminfreaks" und die bekannten Sprüche der Erwachsenen, wenn sie möchten, dass ihre Abkömmlinge "in den sauren Apfel beißen" und Grünzeug essen.
Rechtschreibung: Da gab es ein paar Kleinigkeiten wie: in der wörtlichen Rede mit einem Punkt enden, bevor das Anführungszeichen kommt und dann das Komma, z. B. "Passt auf, dass ihr keine Stielaugen bekommt.", hörte ich mich sagen. Entweder ein Ausrufezeichen oder den Punkt wegnehmen. (Habe ich auch anfangs falsch gemacht, bin von netten Autorenkollegen darauf hingewiesen worden.) Wenn die Personen bei der wörtlichen Rede wechseln, sollte eine neue Zeile angefangen werden, damit man weiß, wer gerade was sagt. Hier und da fehlt ein Komma.
Das sind jedoch Kleinigkeiten, die den Lesefluss nicht im geringsten stören (schon gar nicht die Schulkinder!).  


Aufbau: Die Geschichte ist in 26 chronologisch aufeinander folgende Kapitel aufgegliedert. Am Ende des Buches gibt es noch ein Leserätsel, Projektvorschläge für die Arbeit in der Schule, eine Notiz-Seite und einen Wochenplan. Das ist eine sehr schöne Idee. 


Zusammenfassung: Mit seinem Debüt hat Matthias König eine wunderschöne Kindergeschichte geliefert, die jeden Mühlhäuser in Gedanken zu den Originalschauplätzen wandern lässt. Die XXL-Halle, das Skater-Paradies schlechthin in MHL (mit Foto), Straße Hinter der Harwand, Industriestraße, alter Blobach, Feldstraße, Tonberg, Harwand, Schaffentorstraße, Pfortenteich, all diese Orte sind auch mir wohlbekannt, sodass im Kopf das Kino sofort gestartet ist.
Dem Roman fehlt es an nichts. Auch die Botschaften hinter der Geschichte werden klar: Man darf nicht stehlen ... Kinder, die anderen Kindern helfen, denen es nicht so gut geht, aber auch das Schicksal eines Händlers, der seinen Laden schließen musste, weil die Leute nur noch im Internet eingekauft haben .. all das geht zu Herzen.


Lieber Matthias König, ich habe Dein Buch sehr gern gelesen und hoffe, dass die Grundschuldetektive noch den einen oder anderen Fall zu knacken kriegen. 


Fazit:


 


 


 


Samstag, 4. Februar 2017

Brigitte Teufl-Heimhilcher - Von Hochzeiten, Schwiegermüttern und eifersüchtigen Mäusen


Von Hochzeiten, Schwiegermüttern und eifersüchtigen Mäusen von [Teufl-Heimhilcher, Brigitte]
(Quelle: Amazon)

Titel: Von Hochzeiten, Schwiegermüttern und eifersüchtigen Mäusen

Autor: Brigitte Teufl - Heimhilcher

Genre: Liebesroman/Familienleben

Seitenzahl: 209

Das Cover passt einfach (zwei Hochzeiten in diesem Roman ;-) )

Handlung: Thessa, geschieden, neu verlobt, Mutter eines pubertierenden Burschen hat sich mit allerleit größeren und kleineren Problemen herumzuschlagen. Ihr Sohn will zu seinem Vater ziehen, der mit seiner schwangeren Frau auf die Ankunft des neuen Babys wartet. Ihre Schwiegermutter in spe lässt keine Gelegenheit aus, Thessa zu kritisieren, was zu einem Eklat zwischen den beiden Frauen führt. Judith Stein, Mitarbeiterin in der Firma von Michael, Thessas Verlobten, geizt nicht mit ihren Reizen, um ihn zu verführen ... Kurzum - es geht turbulent zu im Leben der Protagonistin.

Personen:

Thessa: was die Figur betrifft, nicht den Idealmaßen entsprechende sympatische Protagonistin des Romans. Sie wirkt sehr lebendig und steht mit beiden Beinen mitten im Leben.

Michael: Thessas Verlobter, Liebling seiner Mutter, Hausverwalter.

Nicky: Thessas Sohn mit Wolfgang, der wegen Problemen in der Schule zu seinem Vater zieht und dort durch seine kleine Babyschwester herausfindet, wozu er berufen zu sein scheint.

Wolfgang: Thessas Ex, der seine Beate heiraten will (am liebsten in Jeans, wenn es nach ihm ginge).

Beate: in ihrer Rolle als Mutter und Hausfrau überforderte junge Frau. Sie macht die Hausaufgaben von Nicky, damit er sich um das Baby kümmert, das sich nur von dem Jungen wirklich beruhigen lässt. (Ich fand die Beschreibung der psychosomatischen Symptome sehr gelungen!)

Judith Stein: Mitarbeiterin in der Hausverwaltung, die keine Ahnung von der Materie hat und sich bisher auf ihre Reize verlassen konnte, um ihre Ziele zu erreichen. Durch Wolfgangs Tochter aus seiner ersten Beziehung (Tamara) wird sie plötzlich zur Lektorin in einem renommierten Hamburger Verlag.

Am Anfang hatte ich etwas zu tun wegen der vielen Personen. Aber nach gelegentlichem Zurückblättern gelang es doch ziemlich gut, die Namen zu behalten und zuzuordnen. Die Tatsache, dass ich das Buch dann nicht mehr aus der Hand legen konnte, erleichterte es dann ungemein, die Personen nicht wieder durcheinander zu bringen.

Sprache: Spitzig, Dialoge, welche die Handlung kurzweilig und temporeich gestalten. Die Perspektiven wechseln zwischen den einzelnen Protagonisten, sodass der Leser guten Einblick in die Gefühlswelt der Handelnden bekommt.

Aufbau: chronologisch angeordnete Kapitel. Witzig fand ich die gewählten Überschriften ... Hauptgerichte - das ist mal was anderes. Die Idee mit den jeweiligen Rezepten am Ende des Romans ist Klasse.

Zusammenfassung: Die turbulente Geschichte dieser liebenswürdigen Patchworkfamilie ist genau das Richtige nach einem anstrengenden Arbeitstag. Im Verlauf der Geschichte habe ich mit den Protagonisten mitgefiebert. Sogar der mir am Anfang absolut unsympathischen Judith gönnte ich am Ende ihr Glück. Manches fügte sich für mich zu einfach, so zum Beispiel der neue Opa, der völlig problemlos in die Familie integriert wurde. Da fehlten mir noch einige Ecken und Kanten, was dem Gesamtleseerlebnis keinen Abbruch tat.

Fazit:



Sonntag, 1. Januar 2017

Christel Dörner - Die Magische Macht der Bären

(Quelle: Amazon)

Titel: Die Magische Macht der Bären

Autor: Christel Dörner

Genre: Jugendbuch, Fantasy

Seitenzahl: 135

Das liebevoll gestaltete Cover ist wirklich zauberhaft und passt perfekt zum Inhalt es Romans. Alle Schlüsselelemente, die das Abenteuer der Protagonisten so einzigartig macht, sind enthalten (die beiden Bären, die Eiche, der Schlüssel).

Handlung: Hanna bekommt einen Teddy von einer alten Dame geschenkt, mit dessen Hilfe sie in durch eine magische Tür in die Vergangenheit reisen kann und wieder zurück. Dort trifft sie unter anderem auf ihren verstorbenen Großvater, auf den Erzbösewicht Herrn Kranz, auf den Wächter der Zeit und viele andere mehr ...

Personen:

Hanna: die kleine Protagonistin des Jugendromans, die durch Teddy viele Abenteuer erlebt, durch ein Portal im Bäckerladen durch die Zeit reist und so auf Dokumente stößt, die nicht nur für ihre Familie von enormer Wichtigkeit sind.

Anna: Hannas beste Freundin, die ihr die Hausaufgaben bringt, als das Mädchen sich verletzt hatte, die an ihrer Seite die meisten Dinge, die Hannas Leben auf den Kopf stellen, miterlebt.

Mutter: scheint Hausfrau zu sein. Sie kümmert sich um ihre Tochter, aber auch um die kranke Frau Müller. Außerdem gibt sie Papa-Parties, wenn ihr Mann von einer Geschäftsreise zurückkommt.

Vater: Geschäftsmann, der sich über das eigenartige Verhalten seiner Tochter wundert und mit Sorgen um das Erbe seines Vaters geplagt ist.

Frau Müller: Eine kranke alte Dame, die aus der Vergangenheit in die Zukunft gereist ist und dort wegen der Liebe ihres Lebens bleibt. Sie schenkt der Kleinen den magischen Bären.

Herr Kranz: Ebenfalls Zeitreisender, der in der Vergangenheit gemordet hat und auch in der Zukunft vor keinem Verbrechen zurückschreckt.

Das scheinen mir die wichtigsten Personen zu sein. Es sind liebevoll erdachte Menschen mit charakteristischen Persönlichkeiten, jedoch fehlen mir hier ein wenig die Beschreibungen ihres Äußeren.

Sprache: Die Sprache ist einfach gewählt, was Sinn macht, wenn man bedenkt, dass es sich bei der Zielgruppe um Kinder und Jugendliche handelt. (Am Anfang war ich etwas irritiert, was die Wortwiederholungen betrifft. Aber das Buch ist ja nicht für Erwachsene geschrieben, sodass der Anspruch etwas anders sein sollte. Dennoch hätte ich mir das eine oder andere Synonym gewünscht.)
Die Dialoge sind spritzig, kindgerecht und gespickt mit ein wenig schwarzem Humor. Absolut verwirrend ist jedoch das Fehlen von Absätzen, wenn die Perspektiven wechseln oder die Dialoge. Das stört den Lesefluss, sodass ich einige Male zurückblättern musste, wer denn nun jetzt was sagt.
Rechtschreib- und Kommafehler habe ich überhaupt keine gefunden. Das ist mal eine Leistung!

Aufbau: chronologisch mit passend gewählten Kapitelüberschriften.

Zusammenfassung: Dieser spannende Fantasyroman fesselt von der ersten Seite an. Die Autoren beweist viel Phantasie, als Ideen von magischen Bären, Zeitreisenden, die nur für diejenigen sichtbar sind, die die Bären berühren, Brot mit heilenden und kräftigenden Eigenschaften, verschlüsselte Dokumente, Bösewichte und unschuldige Kinder gekonnt miteinander verknüpft. Ich hätte mir das Buch von Anfang an als Vorlesebuch für z. B. Schulanfänger vorstellen können. Vielleicht könnte man ja einen Grafiker gewinnen, der diese schöne Geschichte mit einigen Bildern illustriert?
Ich bin gespannt auf den zweiten Teil und hoffe, dass mir einige Fragen, wie zum Beispiel die Geschichte von Frau Siebel, beantwortet werden.

Fazit:



Mittwoch, 28. Dezember 2016

Peter Naujoks - Kurzurlaub ins Chaos

(Quelle: Amazon)
Titel: Kurzurlaub ins Chaos

Autor: Peter Naujoks

Genre: Kurzgeschichte

Seitenzahl: 87

ISBN: 978-1-51683-992-6

Das Cover ist eher einfach gestaltet, passt aber genial zum Inhalt des Buches. Auf den ersten Blick ahnt man schon, was kommt.

Handlung: Ein Paar fährt in den Kurzurlaub

Figuren:

ich: der Ehemann in der Geschichte. Da die Geschichte im Ich-Erzählstil geschrieben ist, nehme ich an, dass es sich um den Autor handelt, also nenne ich ihn "Peter" :-)

Ehefrau, oder auch Gattin, Schatz, Liebste, ...
Leider wird das Äußere der Figuren nicht beschrieben. Beim Mann stelle ich mir den Autor vor (Fotos gibt´s ja, aber bei der Frau entsteht kein Bild)

Die Sprache ist einfach gehalten, was keinesfalls ein Kritikpunkt ist, sondern dazu führt, dass man die Geschichte in einem Rutsch weglesen kann.
Leider haben sich einige Rechtschreib-, Tempus- und Kommafehler (an der einen Stelle fehlen Kommata, an anderen werden sie beinahe inflationär benutzt) eingeschlichen, die den Lesefluss dann doch beeinflussen. (z. B.: als auf das ersehnte Päckchen gewartet wird "Im Prospekt sah es so riesig aus." Hier passt die Zeitform nicht, aus meiner Sicht besser: "Im Prospekt hatte es so riesig ausgesehen." oder: "Geistesgegenwärtig hob ich das neue Aquarium an, Fische waren zum Glück noch keine drin, es war ja erst vor sechs Monaten von mir persönlich eingerichtet (worden?) und kippte es über den brennenden Kasten.")
Die Geschichte ist im Ich-Erzählstil geschrieben, was mich (als Leser) näher an die Story heranbringt, dass es fast so scheint, als stünde ich daneben und sähe zu.
Die Dialoge sind aus dem Leben gegriffen.

Aufbau: Die Kapitel sind chronologisch angeordnet und bauen aufeinander auf.

Zusammenfassung: In der Kurzgeschichte werden vom Autor alle Klischees rund ums Reisen bedient, an manchen Stellen etwas überzogen (Aber ich glaube, das war Absicht.). Aus dem Schmunzeln kam ich kaum raus.

Fazit: nette Geschichte für Zwischendurch



Sonntag, 6. November 2016

Desirée Marten - Lover gesucht


LOVER GESUCHT: Liebesroman von [Marten, Desirée]
(Bildquelle Amazon)



Titel: Lover gesucht

Autor: Desirée Marten

Genre: Liebesroman

Seitenzahl: 171

Das Cover: cool, passend.

Handlung: Inka ist seit mehreren Jahren glücklich mit Peter verheiratet, Mutter dreier Töchter und Hausfrau. Als sie mit ihrem vierten Kind schwanger ist, scheint das Glück perfekt. Als sie jedoch das Baby verliert und sich ihr Mann immer mehr von ihr zurückzieht, bricht für die liebebedürftige Frau ihre Welt zusammen. Sie versucht ihren Mann zur Rede zu stellen, kauft sich Dessous, um ihn zu verführen, aber ohne Erfolg. Also reift in Inka der Plan, sich anderweitig die für sie lebenswichtige Liebe und den selbstbestätigenden Sex zu besorgen …



Personen:

Inka – Illustratorin, Mutter dreier Töchter, Hausfrau, Pferdenärrin, hungrig nach Liebe und Zärtlichkeit, ist die sympatische Protagonistin des Werkes.

Peter – ihr stoffeliger Ehemann, hat weder Zeit für die Familie, noch für seine ehelichen Pflichten.
Die Personen, vor allem Inka, sind liebevoll gezeichnet, es entsteht sofort ein Bild vor Augen und das Kopfkino nimmt seinen Lauf.

Sprache/Duktus:
Die Sprache ist flüssig, dem Genre angepasst und der Text zügig zu lesen. Rechtschreibfehler sind mir keine aufgefallen. Die sexuell gefärbten Szenen waren bildhaft beschrieben ohne anrüchig zu wirken, sehr gut gelungen! Die Dialoge sind spritzig und aus dem Leben gegriffen.
Struktur:
Die Leseprobe ist klar strukturiert. Es gibt einige Rückblenden, die jedoch in der Kapitelüberschrift angekündigt sind. Man kann dem Geschehen gut folgen. Der Leser ist auch durch die Briefe, die Inka erhält „mittendrin“. Hier gibt es aus meiner Sicht nichts zu bekritteln.

Zusammenfassend:
Eine Geschichte, wie aus dem Leben gegriffen. Die Autorin verarbeitet in ihrem Roman das Grundbedürfnis des Menschen nach Liebe und Zärtlichkeit. Ist es nicht unglaublich, dass wir Frauen, wenn die Männer sich von uns entfernen, immer erst bei uns die Schuld suchen, wie sich Selbstzweifel und mangelnder Selbstwert - durch das Verhalten unseres Partners hervorgerufen - auf unsere seelische Gesundheit auswirken?
Der Autorin ist es hervorragend gelungen, mich an ihrer Gedanken- und Gefühlswelt in Hinblick auf die Protagonistin teilhaben zu lassen. Hier ist ein kurzweiliger Roman entstanden, dem es an Tiefgang nicht mangelt. Vielen Dank, liebe Desiree, das Lesen hat Spaß gemacht und zum Denken angeregt.

Fazit:

Montag, 31. Oktober 2016

Petra Tobihn - Die Wege nach Ys


(Bildquelle: Amazon)
Titel: Die Wege nach Ys

Autor
: Petra Tobihn

Genre
: Historischer Roman

Seitenzahl
: 296

ISBN
: 978-3-73865-440-0

Was das Cover betrifft, musste ich eine Weile überlegen, ob es dazu passt. Am Ende kam ich aber zu dem Ergebnis, dass dem so ist. Es weckt Fernweh und Neugierde auf das, was da wohl kommt
.

Handlung: 340 vor Christus lässt eine junge römische Sklavin auf der Flucht ihre Tochter tief in den germanischen Wäldern zurück. Das Schicksal des kleinen Mädchens liegt nun in den Händen der Götter. So wird sie von Waldbewohnern gefunden und wie ihr eigenes Kind aufgezogen. Nachdem die beiden gestorben waren, macht sich das Mädchen auf den Weg, heraus aus dem Wald, hinein in die Ungewissheit. Ein Rabe ist dabei ihr Beschützer ...




Figuren:

Mara, Silva, Sola, Glaslagad: ein blondes, blauäugiges Mädchen mit vielen Namen, Tochter einer Römerin und Bonitus, dem Letzten seiner Blutlinie aus einer der ältesten Fürstenfamilie der Franken, aufgezogen von Fremden, die bald zu ihrer Familie wurden. Nach dem Tod der Zieheltern ist die Kleine auf der Suche nach ihren Wurzeln, nach einem Zuhause, nach Menschen, die sie lieben - beschützt von einem Raben.

Blitgard und Arne: ein älteres kinderloses Ehepaar, das abseits der Zivilisation in den Tiefen germanischer Wälder wohnte. Sie finden das Kind, nennen es Mara, ziehen es auf, was ihr bisheriges Leben auf den Kopf stellt. Sie lehren Mara alles, was sie wissen. So bringt Arne ihr das Jagen bei und Blitgard erklärt ihr die Kraft der Kräuter beim Heilen von Krankheiten.
Mikah: ein alter, weit gereister Barde und oberster Barde der Königin von Ys, mit langen weißen Haaren und bunter Kleidung nimmt Mara bei sich auf und wird ihr Lehrer. Er betrachtet sie als "leeres Gefäß, das nur darauf gewartet hatte,mit Wissen gefüllt zu werden" und freut sich über ihre Neugier und ihren ungebrochenen Wissensdurst.

Ankou: Der Tod und beste Freund, den sie je hatte.

Morwhen: Ein Druide, der sich in die junge Frau verliebt hat.

Gradlon: Altkönig in Ys, Gemahl von Silva ....


Sprache: wortgewaltig, gleich ab den ersten Worten entstehen Bilder im Kopf, die mich als Leser so schnell nicht losgelassen haben. Die Dialoge sind stimmig, wirken nicht gekünstelt. Einige Fehler in der Kommasetzung und diverse kleinere Fehlerteufelchen (dass statt das ...) stören den Lesefluss nicht wirklich. (Weiß ich doch selbst, dass man den Text x-mal lesen kann und dennoch den einen oder anderen Schnitzer übersieht)

Aufbau: chronologische Abfolge der Kapitel. Die Kapitelüberschriften sind gut gewählt und wecken Neugierde, was wohl als Nächstes kommen mag.

Zusammenfassung: Der Leser wird von Anfang an in den Bann dieser wunderbaren Geschichte gezogen. Auf der Reise durch die tiefen Wälder Germaniens, durch seltsame Graslandschaften, in prachtvolle Städte darf man miterleben, wie die Welt der kleinen, naiven Mara immer größer wird und sie zu einer intelligenten, jungen Frau heranreift. Unerwartet trifft sie auf ihren Bruder Silvanus, der das Mädchen in einer großen Menschenmenge als seine Schwester erkennt. Mara oder Silva, wie sie eigentlich heißt, wird gegen ihren Willen, ihrem rechtmäßigen Stand entsprechend, erzogen und gerät durch die Politik ihres Bruders in das Visier von dessen Feinden. Nach vielen furchtbaren Erlebnissen und wunderbaren Abenteuern scheint sie am Ziel ihrer Reise, in Ys. Viel mehr möchte ich nicht verraten.
Dieser Roman entführt den Leser für einige unterhaltsame Stunden in eine längst vergangene Welt, voll von Mythen, Sagen und fremden Göttern. In jedem Satz erkennt man, wieviel Herzblut die Autorin in ihre Geschichte gesteckt hat. Vielen Dank Petra Tobihn für dieses gelungene Werk!

Fazit: 
                                  

Samstag, 17. September 2016

Uwe Grießmann - Die Tränen der Hexen



Titel: Die Tränen der Hexen

Autor: Uwe Grießmann

Genre: Historischer Roman

Seitenzahl: 272

ISBN: 978-3-95475-117-4

Das sehr passende Cover stimmt den Leser auf die Geschichte ein, die der Autor zu erzählen hat.

Handlung: Im Jahre 1499 stürzt ein Stollen nahe Goslar ein. Die Gesteinsmassen begraben mehrere Bergarbeiter unter sich. Gerlinde Wamst, eine Wasserträgerin und Mutter zweier Töchter, wird schnell die Schuld an dem Unglück gegeben. Sie wird verdächtigt, eine Hexe zu sein und in einen Hexenturm eingesperrt, wo sie auf ihre Aburteilung durch den gefürchteten Henricus Institoris wartet..

Figuren:

Gerlinde Wamst - Wasserträgerin, als Hexe beschuldigt und monatelang in einen Hexenturm eingesperrt.

Wilhelm Wehrstedt - angesehener Druckermeister in Goslar, der in zweiter Ehe mit Elsbeth verheiratet ist und sie über alles liebt.

Elsbeth Wehrstedt - rothaarige, sehr sinnlich beschriebene, aber auch streitbare Frau des Druckers, Mutter der kleinen Sophie. Die Druckerfrau hatte schon als Kind miterlebt, wie ungerecht Frauen behandelt werden und muss es später am eigenen Leib erfahren.

Heinrich Kramer alias Henricus Institoris - dogmatischer Dominikanermönch, Inquisitor und Frauenhasser, der bei Wehrstedt den Druck des Hexenhammers in Auftrag gibt und die Verfolgung der "Hexen" vorantreibt.

Sprache: Passend zum Genre werden alte Begrifflichkeiten genutzt, wie z. B. Heilagmanoth für Dezember, Hübschlerin für Prostituierte, Schecke ... usw. Die Szenen werden sehr bildhaft und detailliert beschrieben, sodass es dem Leser nicht schwer fällt, in die damalige Zeit einzutauchen. Die Dialoge sind glaubhaft und lebendig - eben aus dem Leben gegriffen.

Aufbau: chronologische Abfolge der Kapitel. Die Kapitelüberschriften zeigen das jeweilige Datum an, in das die folgenden Ereignisse anzusiedeln sind. Ein Personenverzeichnis am Anfang des Romans verschafft dem Leser einen Überblick über die Charaktere des Romans. Am Ende werden in einem Glossar nicht geläufige Ausdrücke erklärt und Wissenswertes über die historisch verbrieften Personen mitgeteilt.

Zusammenfassung: Man spricht nicht umsonst vom "düsteren" Mittelalter, diesen Eindruck hinterlässt das Werk Uwe Grießmanns bei mir, nachdem ich die letzten Seiten gelesen und das Buch zugeschlagen hatte. Schonungslos und bildhaft dokumentiert der Autor das Schicksal von Frauen zur damaligen Zeit, die nicht der gesellschaftlichen Norm entsprachen. Die grausamen Folterszenen sind garantiert nichts für schwache Nerven und Zartbesaitete. So hat sich das Bild von Helga, der Tante Eslbeths, wie sie sich ihr eigenes Grab schaufelt, das dann mit Dornenhecken aufgefüllt wird, in die sie hineingeworfen wird, um kurz darauf lebendig begraben zu werden, in mein Gehirn eingegraben, ebenso wie die Szenen, als man Gerlinde folterte. Daumenschrauben anlegen und festziehen, bis die Knochen darunter zerbersten, Schultern auskugeln, malträtierte Beine mit Brandwein begießen und anzünden .... Wenn da kein Kopfkino anspringt, dann weiß ich es nicht!
Alles in allem ist es Uwe Grießmann gelungen, einen spannenden historischen Roman zu schreiben, der einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen hat.

Fazit: